Hundeschule + Verhaltensberatung

Freundschaftliche und respektvolle Führung

Hundeerziehung und Verhaltenstherapie bei DOG-InForm

Die meisten Menschen, die einen Hund in ihre Familie aufnehmen, wollen einen Freund gewinnen. Aber funktioniert denn eine Freundschaft unter der Voraussetzung, dass einer sich konsequent unterordnet? Wir von DOG-InForm stellen Hundeerziehung unter das Prinzip der freundschaftlichen und respektvollen Führung – was verstehen wir darunter?

In der Beziehung Mensch – Hund ist Führung wichtig, weil der Hund in unserer Welt vom Menschen abhängig ist.
Aber wie lebt man diese Führung? Wie erzieht man seinen Hund, wenn man ihn als Freund sehen, sein Wesen, seine Persönlichkeit achten will und ohne die Ausübung von Gewalt, Ketten, Stachelhalsbänder, Elektrogeräte, Leinenruck, Anschreien, dauerhaft ausgeübtes Dominanzverhalten mit ihm umgehen möchte? Landet man dann automatisch bei einem Laissez-faire-Führungsstil? Nein!

Aber welche Möglichkeiten bieten sich, wenn der Hund bereits älter ist und/oder problematische Verhaltensweisen zeigt, die das Zusammenleben schwierig machen? Kann man eingeschliffene Verhaltensweisen noch verändern und sich dabei trotzdem liebevoll und freundschaftlich verhalten? Man kann!

Pfeiler unserer freundschaftlichen und respektvollen Hundeführung

  • Souveränität
  • Gelassenheit
  • Respekt
  • Zuwendung
  • Grenzen setzen

Souveränität

Lernen wir doch von den Hunden: der Anführer eines Rudels / Gruppe zeichnet sich viel weniger durch die ständige Demonstration von Dominanz als durch spürbare Souveränität aus. Souveränität vermittelt das so wichtige Gefühl von Geborgenheit und Schutz. Für uns Menschen heisst das: WIR sind diejenigen, die dem Hund Sicherheit vermitteln müssen. Und zwar in jeder Situation: in der Ausbildung, beim Spaziergang, im „ganz normalen“ Alltag, wenn echte oder vermeintliche „Gefahr“ droht. Nicht der Hund beschützt uns, sondern wer führt, ist dafür zuständig. Also muss der Mensch Schutz anbieten und ihn verkörpern.

Um das zu können, müssen wir natürlich verstehen, was aus der Sicht des Hundes gerade vor sich geht. Wir müssen InFormiert sein, brauchen das nötige Hintergrundwissen darüber wie Hunde sich verständigen, wie sie miteinander umgehen. Denn sobald wir die Situation, der wir mit unserem Hund gegenüber stehen, wirklich überblicken, können wir uns angemessen verhalten. Wir können agieren, statt nur zu reagieren. Und wenn wir souverän sind, wird der Hund uns auch als souverän akzeptieren.

Bei DOG-InForm erfahren Sie mehr darüber, wie man diese Souveränität ausstrahlt und lebt. Das ist wichtig, weil Hunde ein ausgesprochen gutes Gespür für unsere wirklichen Gefühle haben. So muss man z.B. – um Führung zu signalisieren – auch wirklich meinen, was man seinem Hund sagt. Ein freundliches Wort muss freundlich gemeint sein, ein ernstes Wort ernst, eine Ermahnung nachdrücklich.

Aber auch der Hund soll in seiner Persönlichkeit akzeptiert werden. Erziehungsziel bei DOG-InForm ist, dass der Hund Selbstbewusstsein und ein offenes Wesen entwickelt. Und auch ein älterer Hund, sollte er bereits unerwünschte Verhaltensweisen entwickelt haben, muss nicht gebrochen oder zum Kadavergehorsam gezwungen werden, um das Zusammenleben mit ihm zu „vereinfachen“.

Gelassenheit

Je gelassener der Hundeführer agiert, desto eher kann der Hund sich ihm wirklich anvertrauen. Unsere innere Ruhe überträgt sich auf den Hund. Je ruhiger wir mit unserem Hund umgehen, desto sicherer fühlt er sich, desto weniger ängstlich braucht er zu sein und wird desto weniger aggressives Verhalten zeigen. Denn wenn ein Hund überreagiert, liegt es meistens daran, dass er mit einer Situation überfordert ist und mit ihr nicht umgehen kann. Sobald der Hund aber weiß, dass wir die Sache für ihn klären, kann er sich „entspannt zurücklehnen“ und das tun, was viel eher seiner Natur entspricht – nämlich Konflikte vermeiden.

DOG-InForm wird Ihnen dabei helfen, Ihrem Hund mit mehr Gelassenheit zu begegnen, weil Sie lernen, ihn besser zu verstehen. Natürlich lassen sich die eigenen Gefühle nicht so einfach abstellen. Erst recht dann nicht, wenn man wegen etwas anderem aufgeregt oder wütend ist. Aber Sie werden erfahren, dass es in der Regel am Menschen liegt, wenn zwischen Hund und Mensch manchmal gar nichts mehr geht. Ignoriert man das, entsteht – wie so häufig – Stress. Für den Besitzer UND für den Hund.

Ein gestresster Hund wird zuerst unkonzentriert und fahrig. Irgendwann zeigt er unerwartete, meist unerwünschte Reaktionen und schließlich Verhaltensauffälligkeiten. Stress bei Hunden wird aber häufig nicht nur unterschätzt, die wenigsten wissen zudem, dass der Stressabbau bis zu mehreren Tagen dauern kann. Viele muten ihrem Hund oft ständig neuen Stress zu und erhöhen so den Stresspegel statt ihn zu senken.

Respekt

Wer einen Hund führt, erwartet von ihm Respekt. Wer ihn gewaltfrei führt, bringt ihm auch Respekt entgegen. Zumindest den, dass er ihn als ein Lebewesen und ein Individuum ansieht, und man als Mensch nicht einfach grundsätzlich das Recht hat, ihn mit allen Mitteln zu unterdrücken, mit dem Ziel, ihn auf schnellstem Wege den eigenen Bedürfnissen anzupassen.

Respekt ist eines der Schlüsselwörter für das Prinzip der freundschaftlichen und respektvollen Führung bei DOG-InForm. Es beinhaltet Autorität im positiven Sinne, basierend auf Vertrauen. Und es beinhaltet, dass der Mensch dem Hund zugesteht, eine eigene Persönlichkeit zu sein mit Vorlieben und Schwächen, mit Bedürfnissen, die bei einem anderen Hund wieder ganz anders sein können. Die Mischung oder Rassezugehörigkeit spielt natürlich eine wichtige Rolle, dies reicht aber bei weitem nicht aus, um das individuelle Wesen eines Hundes zu verstehen.

Respekt drückt sich auch in der Art der Kommunikation aus. Bei DOG-InForm werden Kommandos grundsätzlich freundlich, aber bestimmt ausgesprochen. Welches Kommando gegeben wird, hängt von der jeweils beobachteten – und richtig (!) verstandenen Situation ab.

Die Hunde selbst kommunizieren weniger über ihre Stimme, sie signalisieren ihre Botschaft vor allem über die Körpersprache. Dabei steht für den Hund als soziales Lebewesen Konfliktvermeidung an erster Stelle. Sonst würde sich das Rudel durch innere Konflikte aufreiben und schwächen. Bei Hunden gibt es darum eine Vielzahl sehr feiner – teilweise für das ungeübte menschliche Auge kaum wahrnehmbarer – sogenannter Beschwichtigungssignale (engl.: calming signals). Kennt man deren Bedeutung, kann man Situationen besser einschätzen.

Zuwendung

Mit Zuwendung sind nicht nur die Gefühle gemeint, die Sie Ihrem Hund entgegen bringen. Natürlich lieben Sie ihn und möchten und sollen ihm das zeigen! Aber die Überschüttung mit Liebesbeweisen überfordert häufig Hunde und sie werden, wenn man nichts über „Hundesprache“ weiß, vom Hund oft ganz anders verstanden. Beugt man sich zum Beispiel frontal über den Hund, um ihn zu loben, so bedeutet diese Geste in Hundesprache, dass wir den Hund bedrängen.

Viele Hunde „ertragen“ das, weil sie es von uns nicht anders kennen, dabei sind manchmal nur kleine Änderungen nötig, um unser Verhalten für den Hund angenehmer zu machen. Ebenso wird Ihr Hund es schätzen, wenn er auch einfach mal er selbst sein darf, ohne dass ständig jemand etwas von ihm möchte. Er hat dann eher die Chance, Stress abzubauen und Erlebtes zu verarbeiten.

Natürlich hat Ihr Hund das Bedürfnis nach Körperkontakt. Nur – wieviel und welchen braucht er? Wie ist überhaupt sein körperlicher und seelischer Zustand? Was kann man tun, damit er sich wohl oder wohler fühlt? Eine besondere Form der Zuwendung ist das bei DOG-InForm praktizierte TTeam und Ttouch. Vor allem bei ängstlichen und gestressten Hunden dient diese nonverbale Sprache der Berührungen dazu, durch langsam erfolgendes Bewegungstraining und bewusste Berührung körperliche und psychische Spannungen abzubauen. Da der Hund ausgeglichener wird, kann er sich auch besser konzentrieren und ist aufnahmefähiger fürs Lernen.

Der gute Sozialkontakt ist für jedes in einem Sozialverband lebende Wesen wichtig. Wahrgenommen zu werden und ehrliche und freundliche Zuwendung zu erfahren ist eines der elementaren Bedürfnisse Ihres Hundes!

Grenzen setzen

Einer der wesentlichen Grundsätze bei der Hundeführung ist Konsequenz. Bei DOG-InForm ist damit aber weder Härte, noch Gewaltausübung gemeint. Kommandos sollten auf jeden Fall situationsbedingt richtig gegeben werden und auf ihrer Ausführung beharrt werden. Bei der Einübung der Kommandos ist Geduld erforderlich, und weniger Ungeduld, wenn man selbst oder der Hund mal einen schlechten Tag hat. Aber da Sie ja lernen, die Körpersprache Ihres Hundes immer besser zu deuten, entwickeln Sie auch schnell ein Gespür dafür, wann man besser abbricht – was unbedingt immer nach einer für den Hund erfolgreich (!) abgeschlossenen Übung erfolgen sollte.

Es ist wichtig für den Hund, dass ein „Ja“ ein klares Ja und ein „Nein“ wirklich ein Nein ist. Er muss erkennen können, wo die Grenzen sind. Denn konsequente Führung gibt ihm Sicherheit. Sicherheit erhält er aber auch dadurch, dass alle, die mit dem Hund leben und den Hund führen, die gleichen Kommandowörter verwenden und sich an die gleichen Regeln halten.

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